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Warum braucht man einen Gabelstaplerschein?

Mehr als 9.000 Unfälle im Jahr, mit 12 schwerwiegenden Folgen, sprechen für sich. Im Interesse aller Unternehmen, Ausbildern, Fahrern und Arbeitskollegen, ist eine Ausbildung unabkömmlich.

Nach dem DGUV Grundsatz 308-001 der Berufsgenossenschaft muss jeder, der beruflich einen Gabelstapler bedient, eine umfangreiche Staplerschulung sowie eine theoretische und eine praktische Staplerschein-Prüfung ablegen.

Wer darf/kann einen Gabelstaplerschein machen?

Das Fahren von Flurförderzeugen mit Fahrersitz oder Fahrerstand ist in § 7 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift „Flurförderzeuge“ (DGUV Vorschrift 68) geregelt. Danach darf der Unternehmer mit dem selbstständigen Steuern von Flurförderzeugen mit Fahrersitz oder Fahrerstand Personen nur beauftragen, die

  1. mindestens 18 Jahre alt sind
  2. für diese Tätigkeit geeignet und ausgebildet sind
  3. ihre Befähigung nachgewiesen haben.



Unter Befähigung nachweisen versteht man:

Eignung Körper Arbeitssicherheit-Zeidler
Körperliche Eignung

Sie wird zweckmäßigerweise durch eine ärztliche Untersuchung festgestellt. Insbesondere wird Wert gelegt auf ausreichende Sehschärfe, seitliches Gesichtsfeld, räumliches Sehen, Hörvermögen, Beweglichkeit der Gliedmaßen, gute Reaktionsfähigkeit;

Zur Beurteilung der körperlichen Eignung gibt der Berufsgenossenschaftliche Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 25 „Fahr, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“ wichtige Anhaltspunkte.

Geistige und charakterliche Eignung

Von den ausgewählten Personen werden insbesondere folgende Voraussetzungen erwartet:

•  das Verständnis für technische und physikalische Zusammenhänge,
•  die Fähigkeit, Signale erlernen, umsetzen und anwenden zu können,
•  die Eigenschaft, zuverlässig, verantwortungsbewusst und umsichtig zu handeln

Wie gliedert sich die Ausbildung im Einzelnen?

Die Ausbildung gliedert sich im Wesentlichen in die drei Stufen

  1. allgemeine Ausbildung
  2. Zusatzausbildung
  3. betriebliche Ausbildung

1. Allgemeine Ausbildung

Die allgemeine Ausbildung (Stufe 1) beinhaltet einen theoretischen Teil, einen praktischen Teil und eine Abschlussprüfung. Im theoretischen Teil lernt der Teilnehmer Sicherheitsbestimmungen (z.B. Unfallverhütungsvorschriften, Betriebsanleitungen) und die Technik der Flur- förderzeuge (z.B. Standsicherheit, Antriebsarten) kennen. Im praktischen Teil lernt der Teilnehmer durch vorgegebene Übungen den sicheren Umgang mit dem Flurförderzeug. Zu den Lehrinhalten des theoretischen und praktischen Teils der Ausbil- dung siehe Anhänge 1 und 2. In einer Abschlussprüfung weist der Teilnehmer seine theoretischen Kennt- nisse und praktischen Fertigkeiten nach. Der erfolgreiche Abschluss wird be- scheinigt. Der Teilnehmer erhält ein Zertifikat. Die Durchführung der Abschlussprüfung ist in Abschnitt 8 geregelt.

2. Zusatzausbildung

In der Regel erfolgt die allgemeine Ausbildung (Stufe 1) auf Frontgabelstap- lern. Daher müssen Fahrer, sofern sie im Betrieb andere Flurförderzeuge fahren, an einer zusätzlichen Ausbildungsmaßnahme (Stufe 2) teilnehmen. Dies gilt z.B. bei Containerstaplern, Regalflurförderzeugen, Quergabelstap- lern oder Teleskopstaplern.

Die Zusatzausbildung ist analog zur allgemeinen Ausbildung (Stufe 1) durch- zuführen. Bei erfolgreichem Abschluss erhält der Teilnehmer ein Zertifikat.

3. Betriebliche Ausbildung

Die betriebliche Ausbildung (Stufe 3) bezieht sich auf die Gegebenheiten des jeweiligen Betriebes. Daher kann sie nur im Betrieb selbst durchgeführt wer- den. Hierbei ist zwischen einer geräte- und einer verhaltensbezogen Ausbil- dung zu unterscheiden. Die Durchführung der betrieblichen Ausbildung ist zu dokumentieren.

3.1 Gerätebezogener Teil

Die gerätebezogene Ausbildung ist im Wesentlichen eine Einweisung an dem im Betrieb vorhandenen Flurförderzeug und deren Anbaugeräte.

Erfolgt der praktische Teil der allgemeinen Ausbildung nicht unmittelbar im Betrieb, wird sie oft mit Flurförderzeugen durchgeführt, die sich von den Flurförderzeugen im Betrieb z.B. in der Bauart und in der Funktionsweise unterscheiden. So können z.B. die Anzahl und Anordnung der Stellteile und der Pedale unterschiedlich sein. Daher ist es unumgänglich, dass der Fahrer eines Flurförderzeuges, bevor er ein anderes Gerät im Betrieb übernimmt, mit dessen Besonderheiten vertraut gemacht wird und sich mit Umsicht und Vorsicht in dessen Funktionsweise einübt.

3.2 Verhaltensbezogener Teil

Im verhaltensbezogenen Teil muss der Unternehmer die Fahrer in allen Belangen unterweisen, die in seinem Betrieb zu beachten sind.

Hierzu zählt z.B. die Unterweisung über die freigegebenen Verkehrswege, über Lagerung, Lagerflächen und Stapelung, Regelungen über die Mitnahme von Personen auf Flurförderzeugen, die Verwendung von Anbaugeräten oder Anhängern und die Verwendung von Arbeitsbühnen. Im Wesentlichen sind dies Sachverhalte, die der Unternehmer in der gemäß § 5 der Unfallverhütungsvorschrift „Flurförderzeuge“ (BGV D27) zu erstel- lenden Betriebsanweisung bereits aufgelistet hat.

Was wird in der Ausbildung vermittelt?

Theoretische Ausbildung

In der theoretischen Ausbildung zum Fahrer von Flurförderzeugen werden folgende Themen erläutert.

Themen:

  • Rechtliche Grundlagen
  • Unfallgeschehen
  • Aufbau und Funktion von Flurförderzeugen und Anbaugeräten
  • Antriebsarten
  • Standsicherheit
  • Betrieb allgemein
  • Regelmäßige Prüfung
  • Umgang mit Last
  • Sondereinsätze
  • Verkehrsregeln / Verkehrswege
  • Abschlussprüfung

Praktische Ausbildung

In der praktischen Ausbildung werden folgende Themen besprochen und gelehrt.

Themen:

  • Einweisung am Flurförderzeug
  • Tägliche Einsatzprüfung
  • Lastschwerpunktdiagramm, Gewichtsverteilung und zulässige Lasten
  • Hinweise auf Gefahrstellen am Flurförderzeug
  • Gewöhnung an das Flurförderzeug
  • Verlassen des Flurförderzeugs
  • Fahr- und Stapelübungen
  • Abschlussprüfung
Wie bekomme ich eine Gabelstapler Ausbildung?

Kontaktieren Sie uns für ein individuelles Angebot.
wir passen den Schulungstermin Ihrem Zeitmanagement an.

Leistung Gabel
Wieviel kostet die Gabelstapler Ausbildung?

Die Kosten sind abhängig von den nachfolgend genannten Eckdaten:

Eckdaten:

  • Personenanzahl
  • Vorkenntnisse
  • Standort
  • Ihr Zeitmanagement

Zur Ausbildung werden folgende Dokumente benötigt:

  • Ärztliches Attest
  • Lichtbild für den Staplerschein

Unser Leistungsspektrum:

Mit dem Erwerb des Gabelstaplerscheins besteht eine lebenslange gültige Grundbefähigung. Jedoch ist eine jährliche Unterweisung zwingend erforderlich. Hier werden die Kenntnisse aufgefrischt und Neuerungen erörtert. Diese Schulung dauert nur ein paar Stunden und besteht ausschließlich aus einem theoretischen Teil.

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